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06.06.2018

Risse + Wilke: Menschen, Maschinen und Stahl - Studierende besuchen Kaltwalzer in Letmathe

Studierende der Fertigungstechnik der Fachhochschule Südwestfalen besichtigten die Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG. Das Unternehmen produziert kaltge-walzten Bandstahl. Das Angebot zu dem Besuch entstand im Rahmen der Vorlesung „Fabrikplanung“ von Prof. Dr. Klaus Mende. „Die Studierenden sollen zum einen praxisnahen Einblick in die Fertigung bekommen. Zum anderen entstehen so Kooperationen für Abschlussarbeiten und Möglichkeiten für einen späteren Berufseinstieg“, sagt Prof. Mende vom Lehrgebiet Industrial Engineering. Ein wesentlicher Themenschwerpunkt des Besuches war der Materialfluss im Unternehmen.

Geschäftsführer Jörg Lohölter begrüßte die jungen Besucher am Standort in Iser-lohn-Letmathe und stellte zunächst das Unternehmen vor. In dritter Generation der Familie Wilke wird das Familienunternehmen nach der Maxime „Fortschritt aus Tradition“ bereits geführt. „Risse + Wilke sieht sich als industriellen Mittelständler mit sozialer Verantwortung“, betonte Lohölter, „In den letzten 15 Jahren haben wir einen nahezu 3-stelligen Millionen Euro Betrag investiert.“ Der Standort in Iserlohn ist in zweierlei Hinsicht attraktiv: Er bietet Arbeitsplätze inmitten einer grünen Region und hat eine gute Verkehrsanbindung an die nahegelegenen Autobahnen. Denn gerade die Logistik ist heute ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg. Daneben ist das Mitarbeiter-Know-how ganz entscheidend. „Aktuell können wir den Fachkräftebedarf in der Region noch decken“, berichtet Lohölter, „Wir brauchen aber auch zukünftig Mitarbeiter mit einem hohen Maß an Werkstoff- und Fertigungskompetenz.“

Die Besucher staunten nicht schlecht, insbesondere der Produktionsrundgang bot den Studierenden gute Praxiseinblicke. Hier präsentierte Jörg Lohölter Beispiele der Fertigungs- und Transportoptimierung. „In der Risse + Wilke Gruppe produzieren 470 Mitarbeiter, davon 30 Azubis, 180.000 Tonnen Stahl pro Jahr“, so der Geschäftsführer. Das Kaltband eigene sich hervorragend für sämtliche Prozesse in denen besondere Anforderungen an das Material gestellt werden, wie zum Beispiel komplexe Stanz-, Biege- und Tiefziehprozesse. Es wird zum großen Anteil in der Automobilindustrie, der Feinmechanik, der Möbelindustrie, der Sägenindustrie und im Maschinenbau eingesetzt. Insgesamt stammen rund drei Viertel des Kaltbandes, das die in der Fachvereinigung organisierten Unternehmen herstellen, aus den Werken der Region Hagen und Iserlohn. Die Standorte von Risse + Wilke in Iserlohn-Letmathe, Hagen, Hagen-Hohenlimburg und Desenzano del Garda haben eine Produktionsfläche von rund 60.000 Quadratmeter. Der wesentliche Anteil der Kaltbandfertigung wurde in den letzten Jahren am Standort in Iserlohn-Letmathe konzentriert.

Das Stammwerk von Risse + Wilke in Hagen-Hohenlimburg dient im Wesentlichen zur Lagerung und Versandabwicklung von Teilen des Fertigmaterials aus der Letmather Fertigung. Besonders erfreulich ist die voranschreitende Firmenentwicklung. Risse + Wilke investiert jüngst in weitere Firmen und in neue Maschinen. Beispiele sind die Über-nahmen der Vergüterei Hugo Schmitz aus Hagen-Hohenlimburg und der Firma GBS aus Desenzano/Italien, einem Exporteur von Steingattersägenstahl. Am Standort Iserlohn-Letmathe wird aktuell mit Spannung die Inbetriebnahme des neuen Reversierwalzgerüstes von der heimischen Firma Andritz Sundwig aus Hemer erwartet. Eine Investition im 2-stelligen Millionenbereich.