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26.09.2018

Studierender verringert Rüstzeiten bei Rötelmann

Die Rötelmann GmbH aus Werdohl ist einer der führenden Hersteller von Absperr- und Steuertechnik. Am Standort Werdohl werden Kugelhähne produziert. Diese speziellen Absperrhähne regeln den Durchfluss von Flüssigkeiten in Rohrleitungen. Zum Lieferprogramm gehören viele kundenspezifische Sonderlösungen. Diese Produkte sorgen in der Herstellung für häufiges Umrüsten der Maschinen: Werkzeuge müssen beispielsweise gewechselt oder Programme für die computergesteuerten Fertigungsmaschinen neu programmiert werden. Die Rüstzeiten sorgen immer für einen Stillstand der Maschinen und verursachen dadurch erhöhte Produktionskosten. Gerade bei den CNC-Drehmaschinen wurde ein Optimierungspotenzial vermutet, da hier besonders häufig ein Rüsten, also ein Vorbereiten und Nachbereiten der Maschinen, erforderlich ist.

Eine gute Gelegenheit für den 23-jährigen Maschinenbaustudenten Jan-Uwe Fittkau. Er hat an der Fachhochschule Südwestfalen im Verbundstudium Maschinenbau studiert. Das Verbundstudium ist eine ideale Kombination aus Berufsausbildung und Studium. Das Verbundstudium beinhaltete bei ihm eine Berufsausbildung zum Zerspanungsmechaniker, die der junge Mann bereits mit Auszeichnung abge­schlossen hat. Seine Bachelorarbeit schrieb der Werdohler jetzt über „Rüst­optimierung für eine Gruppe von CNC-Drehmaschinen“ bei der Rötelmann GmbH.

Jan-Uwe Fittkau untersuchte eine Gruppe von CNC-Drehmaschinen. Um die sehr individuellen Rüstzeiten der Maschinen zu erfassen, nutzte er Videoaufnahmen. „Dabei fiel mir mitunter auf, dass die Mitarbeiter bei den Rüstvorgängen teilweise bis zu 350 Meter lange Wege zurücklegen mussten. Daneben war der Rüstablauf an den Maschinen selber unklar und unzureichend dokumentiert“, sagt Jan-Uwe Fittkau. Durch eine geschickte Kombination von Maßnahmen wie Rüstplänen, Standardabläufen, verbesserten Rüst- bzw. Auftragsreihenfolgen, Schulungen und Investitionen konnten die Rüstzeiten deutlich reduziert werden. „Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine wirtschaftliche Fertigung mit vielen kun­denspezifischen Sonderlösungen und der Grundstein für eine flexible und kostengünstige Produktion“, betont Fittkau, der seine Bachelorarbeit mit der Note sehr gut bestanden hat.

Die Arbeit wurde von Prof. Dr.-Ing. Klaus-Michael Mende von der FH SWF, an der er das Lehrgebiet Industrial Engineering vertritt, betreut. Prof. Mende sieht in der Abschlussarbeit ein weiteres schönes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschule: „Die Unternehmen und junge Menschen profitieren hierbei gleichermaßen. Das Unternehmen durch neue Erkenntnisse aus den Abschlussarbeiten und die Studierenden durch die Praxiserfahrung, die gleichzeitig den Einstieg in das Berufsleben ebnet.“ Fittkau fügt hinzu: „Der Praxisbezug war auch für mich der ausschlaggebende Punkt, meine Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben.“

Übrigens: Nach seinem erfolgreichen Bachelor-Abschluss möchte Jan-Uwe Fittkau noch seinen Master in Maschinenbau dranhängen: „Ich werde auch weiter bei Rötelmann arbeiten und den Master im Verbundstudium an der FH SWF machen.“

Foto von links nach rechts: Volker Trinkaus (Fertigungsleiter), Jan-Uwe Fittkau, Ludwig Kirchhoff-Stewens (GF), Prof. Mende, Stefan Wesner (Prokurist).