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Historische Wurzeln

Die ersten Belege für die Existenz von Arbeitgeberorganisationen in Altena und Iserlohn reichen in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. In Altena schlossen sich im Jahre 1871 als Reaktion auf einen wochenlangen Arbeitskampf in den Drahtzieherein die Fabrikanten zu einer sogenannten "Konvention" zusammen, um das Streikziel der Arbeiterschaft, eine Lohnerhöhung um 30 Prozent zu, verhindern.
Im Kreis Iserlohn entstand im Jahr 1878 ein erster Arbeitgeberverein, der - soweit sich das nach den Akten feststellen lässt, in erster Linie als Berufsverein gedacht war. Sein Zweck lag in der Besprechung gemeinsam interessierender sozialer Fragen. Dazu zählten Fabrikordnungen, die Durchführung der Bismarckschen Sozialgesetze oder das Verhalten der Betriebe bei Maifeiern. Ihm gehörten Firmen aus Iserlohn, Limburg, Letmathe-Grüne, Hemer und Menden an. Seit den 1890er Jahren fehlt in den Akten jede Spur dieses Vereins.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts sollte es dauern, bis die Arbeitgeber in Altena und Iserlohn sich wieder zu sozialpolitischen Interessenvertretungen zusammenschlossen. Die Neugründung des Fabrikantenvereins Anfang des Jahres 1903 fiel mit einer sozialen Kraftprobe zusammen, die überregionale Bedeutung bekommen sollte. Zur Abwehr von mehrwöchigen Streiks bildete sich eben jener Fabrikatenverein von Iserlohn und Umgebung. Der Erfolg des Iserlohner Vereins - eine Einigung mit den streikenden Arbeitnehmern - gab den Anstoß zur Gründung des überörtlichen Vereins der Fabrikatenvereine für den Regierungsbezirk Arnsberg im April 1904.
Aus dem Märkischen Bereich traten dem Verband neben Iserlohn die Arbeitgebervereine in Hemer, Hohenlimburg, Plettenberg, Schwerte, Werdohl und Altena bei. Später folgten Menden, Lüdenscheid und der Arbeitgeberverein für Breitewarenindustrie Dahlerbrück.
Vorsitzender war von seiner Gründung bis zum Jahre 1921 der Iserlohner Fabrikant Dr.-Ing. e.h. Friedrich Kirchhoff (Bild).
 

Neugründung nach dem 2. Weltkrieg

In Haus Friedrichsbad in Schwelm wurde am 25. März 1949 unter Vorsitz von Hans Bilstein der Gesamtverband der metallindustriellen Arbeitgeberverbände - Gesamtmetall - gegründet. Im Jahr zuvor wurden mit der Zulassung der Arbeitgeberverbände die ersten Manteltarif-, Lohn- und Gehaltsabkommen zwischen den Metall-Arbeitgeberverbänden und der IG Metall möglich.

Hagen - Ennepe - Ruhr

Die historischen Wurzeln des Arbeitgeberverbandes Hagen-Ennepe-Ruhr reichen ebenfalls bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, als in der ausgehenden Kaiserzeit und der Anfangsphase der Weimarer Republik zusammen mit den Gewerkschaften die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen in Deutschland unabhängig von staatlichen Einflüssen gestaltet werden konnten.
Schon im Jahre 1904 entstand im Hagener Raum unter der Bezeichnung "Arbeitgeberverein für die Kreise Hagen und Schwelm" ein Verband, der sich als Antwort auf die immer stärker werdenden Gewerkschaftsbewegung verstand. Nicht zuletzt versprachen sich die Unternehmen davon die Möglichkeit, Arbeitskämpfen entgegenzutreten und die bestreikten Betriebe zu schützen. Im Jahre 1916 gehörten der Organisation bereits 123 Mitgliedsfirmen mit über 18.000 Beschäftigten an.
Dennoch war der Hagener Arbeitgeberverein mehr als ein bloßer Antistreikverein. Schon bald ging es den heimischen Arbeitgebern auch und besonders um den friedlichen Interessenausgleich mit den Arbeitnehmern. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die Gründung der "Zentralen Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer" 1918 in Berlin, die angesichts der damaligen wirtschaftlichen Notlage und der politischen Unruhen erstmals die Gewerkschaften als berufene Vertreter der Arbeitnehmer anerkannte, den Aufbau eines paritätisch besetzen Arbeitsnachweises beschloss und die Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge vorschrieb.