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WIR SUCHEN AUFGEWECKTE

Börsentermine 2017

Berufsfelderkundungstage

Hagen / Ennepe-Ruhr-Kreis /
Märkischer Kreis

 

Technikförderung Südwestfalen e.V.
Elternratgeber zur Berufsorientierung
BERUFSORIENTIERUNG INTERAKTIV
ME-BERUFSINFORMATION

Märkisches Unternehmerforum

Das Märkische Unternehmerforum (MUF) wurde 2001 vom Märkischen Arbeitgeberverband in Hagen gegründet. Die Weiterbildungsangebote in Form von Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden zu aktuellen Themen, mit kompetenten Referenten und Betriebspraktikern und in profilierten Unternehmen richten sich gezielt an Jungunternehmer und Führungskräfte der MAV-Mitgliedsunternehmen.
 

3D-Drucker erobern die Welt

Märkisches Unternehmerforum informiert über die neuesten Technologien

3D-Drucker sind auf dem Vormarsch. Von Experten bereits als nächste industrielle Revolution prognostiziert, werden sich durch den professionellen 3D-Druck, der auch „Additive Manufacturing“ genannt wird, ganze Branchen und vor allem Fertigungsmethoden grundlegend ändern. Aktueller hätte das Thema des Märkischen Unternehmerforums also nicht sein können. Der 3D-Druck wird unterstützt durch die 3D-Technologien 3D-Scanning, Topologieoptimierung, 3D-Konstruktion und Virtual Reality. 60 Fach- und Führungskräfte besuchten die Veranstaltung bei der Friedr. Lohmann GmbH in Witten. Im Unternehmen gehört die Anwendung von 3D-Technologien bereits zum betrieblichen Alltag.

Der geschäftsführende Gesellschafter Friedrich Lohmann-Voß stellte die Einsatzfelder vor: „Wir nutzen die Topologieoptimierung bei der Entwicklung neuer Schachtofengestelle, den 3D-Druck aus Kunststoff zur Funktionsprüfung und zur Fertigung von Anschauungsmodellen. In der Qualitätssicherung kommt der 3D-Scan zum Einsatz.“

Bei der  Topologieoptimierung handelt es sich um ein computerbasiertes Berechnungsverfahren, mit dem eine günstige Grundgestalt für Bauteile unter mechanischer Belastung ermittelt werden kann. „Schachtofengestelle dienen als Chargenträger für Bauteile in der Wärmebehandlung“, sagte Lohmann-Voß, „Mittels der Topologieoptimierung  können wir Schachtofengestelle mit weniger Gewicht  und höherer Traglast entwickeln. Nur das was unbedingt zur Ableitung der Kräfte notwendig ist, bleibt als Material beim Produkt bestehen.“ So wird das Gewicht der Schachtofengestelle um ca. 20 Prozent reduziert, aber gleichzeitig die Tragbelastung um ca. 20 Prozent erhöht. Daneben werden mit der neuen Technologie Produktmuster  im 3D-Drucker aus Kunststoff erstellt.

Neben spannenden Praxisbeispielen und Vorträgen zur neuen Technologie, gab es für die Gäste auch 3D-Technologien zum Anfassen. Den 3-D-Scan zur Qualitätskontrolle von Lohmann konnten die Unternehmer live vor Ort besichtigen. Mit dem 3-D-Scan führt das Unternehmen die Maßprüfung an Serienteilen und Produktmustern durch.

Werner Koch, Manager des 3D-Netzwerks in Solingen, präsentierte den Besuchern dazu einen 3D-Drucker neuester Bauart in Aktion. Das 3D-Netzerk ist nach Gründung im Juni 2015 bereits Deutschlands stärkstes Anwendernetzwerk für 3D-Technologien mit 315 Mitgliedsunternehmen, Start-ups und Universitäten. Obwohl das Grundprinzip der Technik seit den 80er-Jahren bekannt ist, setzte der rasante Fortschritt bei den Anwendungen erst vor ein paar Jahren ein. „Die Technologie hält breiten Einzug in die Fertigung“, sagte Werner Koch, „Werkstücke werden beim 3D-Druck schichtweise aufgebaut. Der Aufbau erfolgt computergesteuert nach vorgegebenen Maßen    und Formen mit CAD-Technologie. Dabei werden flüssige  oder feste Werkstoffe wie Kunststoff, Kunstharz, Keramik oder Metall schichtweise gehärtet oder geschmolzen.“ Die Industrie 3D biete viele neue Produkte, Varianten und Geschäftsmodelle. Und das alles nachhaltig, da kein Werkzeug erforderlich sei und kein Materialausschuss entstünde. „Es ergeben sich große Kosten- und Wettbewerbsvorteile, denn Unternehmen können direkt vor Ort fertigen, wo die Produkte gebraucht werden. Lagerhaltung entfällt dabei“, erläuterte Koch weitere Vorteile für die betriebliche Produktion.

3D-Scanning, 3D-Konstruktion, 3D-Printing und Virtual Reality böten laut Koch insbesondere im Automobilbau Vorteile für Konstruktion und Optimierung. Die virtuelle Realität erlebten die Führungskräfte mit einer Hilfe VR Brille in einem computeranimierten Auto. Sie konnten in der künstlichen Realität  die Spiegel und das Lenkrad des Fahrzeuges beliebig versetzen. Diese aus Computerspielen bekannte 3-D-Darstellung, hat sich in der Konstruktion bewährt. „Teilweise kommen schon richtige Hologramme zum Einsatz“, sagte Koch, „3D-Technologien verändern nachhaltig weltweit die Art und Weise, wie, wo und von wem Produkte entworfen, konstruiert und hergestellt werden.“ Als Beispiel nannte er Laufschuhe, die mittels 3-D-Drucker und 3D-Scan direkt im Sportgeschäft produziert werden könnten. Die Hörgeräte-Industrie in den USA habe sich schon komplett auf 3D umgestellt. Volkswagen setzt 3D-Drucker schon erfolgreich in der Produktion ein.

Joachim Kasemann, Geschäftsleitung Vertrieb und Prokurist beim 3D-Drucker- und Softwarehersteller Mark3D, stellte den Unternehmensvertretern weitere Produktionsvorteile, Kosteneinsparungen sowie den Einsatz der richtigen Software für die 3D-Technologie vor. Er veranschaulichte die Stabilität der Produkte aus dem 3D-Druck. Trotzt eingespartem Fertigungsmaterials erwies sich beispielsweise Carbon stabiler als Aluminium. „Mit Fasern verstärkte 3D-gedruckte Bauteile können oft Aluminiumbauteile direkt ersetzen”, so Kasemann. Auch die Wärmebeständigkeit der Materialien leide nicht unter dem Einsatz von Kunststoffen: „Glasfaser ist zum Beispiel speziell geeignet für Bauteile in Umgebungstemperaturen über 105°C und hat eine Wärmeformbeständigkeit bis 140°C.“

 Besonders begeistert zeigten sich die Unternehmer von dem hohen Praxisbezug der Veranstaltung.

 

Führungskräfte besuchten Schlossfabrik Bever & Klophaus

Die erste Veranstaltung 2017 im Rahmen des Märkischen Unternehmerforums führte die Fach- und Führungskräfte in das älteste Schwelmer Familienunternehmen. Die Firma Bever & Klophaus besteht seit mehr als 200 Jahren und wird bereits in siebter Generation geführt. Sie entstand im Jahre 1809 mit der Gründung eines Handelshauses durch Johann Ludwig Büxenstein in Elberfeld. 1820 nahm die Eisenhandlung Schaeffer & Bever in Schwelm ihre Arbeit auf. Die Firmen J.L Büxenstein, weitergeführt durch den Teilhaber Wilhelm Klophaus, und Schaeffer & Bever vereinigten sich 1843 zur Firma Bever & Klophaus mit Firmensitz in Schwelm.

Noch heute wird am Standort mit rund 60 Mitarbeitern ein breites Programm an Türschlössern gefertigt. Dabei werden Kunden aus den Bereichen des Eisenwarenhandels, der Baumärkte, Industrie und Schlüsseldienste bedient. Die Gäste lernten bei einer Betriebsbesichtigung modernste Fertigungsmaschinen kennen und erlebten daneben, wie Schlösser für historische Schlossanlagen handgefertigt werden. Inhaber Hans-Dietrich Mohr berichtete den Teilnehmern von der Umsetzung des Neubaus an der Rheinischen Straße.

Aufgrund ständiger Expansionen platzten die Fertigungshallen und Bürogebäude am ehemaligen Firmensitz in der Lessingstraße in den letzten Jahren „aus allen Nähten“. „2014 wurden deshalb Erweiterungspläne geschmiedet“, sagte Mohr. Bedingt durch die ständig wachsende Auftragslage musste der Neubau deshalb schnell fertiggestellt werden. So konnte bereits im September 2016 der 4000 Quadratmeter große neue Gebäudekomplex in Produktion gehen. Parallel wurden Ablaufoptimierungen in der Fertigung vorgenommen. „Es ist ein voller Erfolg geworden, aber wir standen unter großem Zeitdruck“, erinnert sich Mohr. Im Anschluss an den Betriebsrundgang netzwerkten die Gäste noch gemeinsam bei einem Imbiss.

Eine physikalische Reise mit der Enterprise

Jahresabschluss 2016

Zur Jahresabschlussveranstaltung des Märkischen Unternehmerforums konnten die Veranstalter 70 Gäste im Hotel „Fritz am Brunnen“ in Schwelm begrüßen. Metin Tolan, Professor für Experimentelle Physik und Prorektor für Forschung an der Technischen Universität Dortmund,  referierte über die physikalischen Phänomene bei Star Trek.

Mit seinem Vortrag „Die Star Trek Physik – Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse“ sorgte er für so manchen Lacher und erklärte gut verständlich die Physik. „In diesem Jahr feiern wir das 50-jährige Jubiläum von Star Trek. In dieser Zeit wurden 726 Episoden und 13 Filme produziert. Wenn Sie diese alle am Stück anschauen würden, könnten Sie 24 Tage Star Trek durchschauen“, sagte Tolan. Kaum eine Science-Fiction-Serie  sei so erfolgreich.

Könnten wir mit dem Warp-Antrieb reisen? Müssen wir uns vor dunkler Materie fürchten? Warum kann das Beamen niemals funktionieren? Diesen und anderen galaktischen Fragen ging Prof. Tolan auf den Grund – faszinierende Filmszenen bildeten dabei die Berechnungsgrundlagen.  Die Gäste zeigten sich begeistert von der Physikreise und dem festlichen Ambiente. Gute Gespräche im Kreise der Unternehmer rundeten den Abend ab.

Digitale Kundengewinnung

Schlauer als die Konkurrenz?

Rund 40 Unternehmensvertreter konnte das Märkische Unternehmerforum zum Thema „Schlauer als die Konkurrenz? – Wie Sie durch digitale Rasterfahndung neue Kundenpotentiale und neue Geschäftsmodelle erschließen können“ im Hause des Märkischen Arbeitgeberverbandes in Iserlohn begrüßen. Die Referenten Prof. Dr. Peter Vieregge, Geschäftsführer Forschungsinstitut für Regional- und Wissensmanagement gGmbH vom An-Institut der privaten Unternehmerhochschule Business and Information Technology School GmbH, sowie Karl-Richard Strohn, Geschäftsführer Ennepetaler Schneid- und Mähtechnik GmbH & Co. KG, referierten zu moderner digitaler Kundengewinnung und Erschließung von Geschäftspotentialen speziell für den Mittelstand.

Die Teilnehmer erfuhren praxisnah, wie sie die Datenflut im Rahmen von Industrie 4.0 beherrschen können. Oder wie sie optimal die eigene Homepage und Suchmaschinen zur Kundengewinnung nutzen können. Die Teilnehmer lernten zu diesem Zweck einfach bedienbare Online-Messinstrumente und Datenwerkzeuge kennen. So erfuhren die Unternehmer, wie Sie die Digitalisierung sinnvoll in ihre Unternehmensstrategie einbauen und Neukunden im Internet über Profiling-Methoden finden.

Im Internet entstehen pro Tag 1,5 Milliarden Facebookmeldungen, 140 Millionen Tweets, 5 Millionen Bilder und 60.000 Webseiten. In diesen Datenfluten können wichtige Informationen zu Konkurrenzprodukten oder Kundenwünschen enthalten sein. Durch automatisierte, intelligente Marktbeobachtungssysteme, die mit modernen Rasterfahndungsmethoden Millionen von Marktinformationen in ihrem Marktumfeld durchkämmen, finden Unternehmen diese für sie bedeutenden Daten. „Die Herausforderung besteht darin, die Daten richtig zu analysieren“, sagte Prof. Vieregge. Der Erfolg eines solchen Profilings im Internet nach Neukunden hängt also davon ab, wie man sucht und Daten interpretiert. Beispielsweise können gezielt bekannte Quellen wie Fachartikel oder –portale genutzt werden oder eine Analyse der eigenen Website die Marktreichweite dieser berechnen.

Die Ennepetaler Schneid- und Mähtechnik GmbH & Co. KG nutzt solche und ähnliche Tools gezielt zur Suchmaschinenoptimierung und letztlich zur Kundengewinnung. Durch die optimale Sprach- und Webseitengestaltung werden potentielle Kunden angelockt oder finden das Unternehmen schneller bei Google. Mit Hilfe der „Webseiten-Analyse“ können neue Kunden gefunden werden. „Ohne Expertenwissen kann man die Daten aber nicht auswerten“, sagte Karl-Richard Strohn, „Heile Welt“ in dieser Datenflut gibt es nur, wenn ich bereit bin, mich an 365 Tagen im Jahr mit dem Thema zu beschäftigen!“

„Flüchtlinge sind die Arbeitskräfte von morgen“

Podiumsdiskussion beim MAV

Die Flüchtlinge könnten eine große Chance für die Wirtschaft im Märkischen Kreis, in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis sein. Läuft es gut, verjüngen sie die Region und bieten neue Arbeitskraft für Unternehmen sowie Impulse für die Gesellschaft. Andererseits gibt es allerdings auch Risiken. Das war die zentrale Botschaft einer Podiumsdiskussion des Märkischen Unternehmerforums. Auf Einladung des Märkischen Arbeitgeberverbandes standen Heiner Dürwald (Leiter Jobcenter Ennepe-Ruhr-Kreis), Claus Jacobi (Bürgermeister der Stadt Gevelsberg), Karin Käppel (Vorsitzende der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Iserlohn), Johannes Pöttering (unternehmer nrw, Düsseldorf) und Ralf Stoffels (Geschäftsführer BIW Isolierstoffe GmbH, Ennepetal) den heimischen Unternehmensvertretern Rede und Antwort. WDR-Moderator Gregor Schnittker führte durch die Diskussion.

Aus Sicht der Arbeitsagenturen begriff Karin Käppel die Flüchtlinge als Chance für die heimische Wirtschaft. Wörtlich sagte sie: „Es ist aber auch eine große Herausforderung. Wir brauchen viel Geduld, um die Menschen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu integrieren. Außerdem müssen wir ihnen unsere Sprache und Werte vermitteln, dann sind die Chancen für gelungene Integration sehr gut.“ Für die Arbeitgeberverbände bewertete Johannes Pöttering die Problematik ähnlich: „Ich sehe die Flüchtlingsströme auch als Chance, aber die Integration muss gelingen, sonst wird aus einer Chance eine Krise.“ Und der Leiter des Jobcenters EN Heiner Dürwald ergänzte: „Die Flüchtlingssituation als Chance zu begreifen überwiegt für mich. Damit die Integration gelingt, benötigen wir Förderprogramme und spezielle Bildungsangebote. Dazu müssen die Arbeitsagenturen und Jobcenter mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden.“

Zurzeit sind rund 5000 Flüchtlinge im Ennepe-Ruhr-Kreis. Der Unternehmer Ralf Stoffels beleuchtete diese Situation aus der Perspektive eines Betriebes: „Die Flüchtlinge sind für uns eine klare Chance. Unsere Region ist von Mittelständlern und Familienbetrieben geprägt. Flüchtlinge sind die Arbeitskräfte von morgen.“ Stoffels berichtete von einer hohen Empathie in der Unternehmerschaft. Man wolle den Menschen aus den Kriegsgebieten eine Chance geben. „Ich glaube auch, dass wir hier eine große Chance haben“, ergänzte Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi, „Aber wir müssen den Krisenmodus überwinden. In Gevelsberg haben wir ein großes Netzwerk und jede Flüchtlingsfamilie kann einen Paten bekommen, der bei der Integration hilft.“ Viele ansässige Unternehmen hätten Sprach- und Integrationskurse finanziell unterstützt. Doch käme die Stadtverwaltung an ihre Grenzen.

Für Karin Käppel hat die Bundesregierung jedoch schon gut reagiert, indem sie den Flüchtlingen nun nach 15 Monaten Aufenthalt die Möglichkeit zum Arbeiten einräumt. Vorher waren es 48 Monate. „Den Status bestimmt die Ausländerbehörde, wobei das Verfahren gegenwärtig noch zu lange dauert“, so Käppel.

Fazit: Die Diskussion zeigte, dass es der gemeinsamen Anstrengung von Wirtschaft, Verwaltung, Behörden und Bildungsträgern bedarf, damit die Flüchtlinge eine Chance auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt bekommen. Außerdem müssen die Rahmenbedingungen für eine Integration weiter verbessert werden.

Von glücklichen Kühen und erfolgreicher Landwirtschaft

Jahresabschlussveranstaltung des Märkischen Unternehmerforums auf Hof Drepper

Zur Jahresabschlussveranstaltung des Märkischen Unternehmerforums (MUF) konnten die Veranstalter  auf dem Sümmeraner Bauernhof Drepper in Iserlohn rund 60 Gäste begrüßen. Unter dem Titel „Die heimische Landwirtschaft im Spannungsfeld von Ökonomie, Gesellschaft und Politik“ nahm Dr. Christian Drepper die Firmenvertreter mit auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte des Bauernhofes.

1792 ging der Hof in Familienbesitz über. Die Entwicklung war typisch für landwirtschaftliche Betriebe. Ab 1960 erfolgte die erste große Entscheidung zum Anbau von Freilandgemüse, später kamen dann Milchvieh und Schweinemast hinzu. Mit der Zeit weitete sich die Verkaufsschiene über den Großmarkt aus zum Einzelhandel. „Bis 1990 führten wir dieses Programm, dann entschieden sich meine Eltern für ein enormes Wachstum bei der Schweinehaltung und dem Milchvieh“, so Dr. Drepper. Die damalige Agrarpolitik aus Brüssel prägte die Entwicklung des Hofes maßgeblich. Die Diversifikation führte zur Risikominimierung und sorgte für finanzielle Sicherheit; große Kaufkraft und Kunden vor Ort in Menden, Hemer und Iserlohn stärkten die Entscheidungen ebenfalls.

1988 gab es den ersten Verkaufsraum auf Hof Drepper. „Wir stellten fest, dass die Nachfrage nach regionalen Produkten hier sehr groß ist. Was wir nicht selber produzieren, kaufen wir von vergleichbaren Betrieben zu, wie Geflügel und Eier“, so Dr. Drepper. 1996 entstand aus der Direktvermarktung eine eigenständige Firma, der Landmarkt Hof Drepper mit einer eigenen Metzgerei. Der Verkaufsraum wurde erweitert. Die Gemüsebau Drepper GmbH blieb als Großhandel bestehen. Im Jahr 2000 gründete Familie Drepper einen Partyservice als Teil des Landmarktes. Jährlich finden in der „Party-Tenne“ 40 Hochzeiten und weitere Veranstaltungen statt. Auf dem Hof Drepper gibt es drei Betriebe, die wirtschaftlich getrennt sind, aber eng zusammenarbeiten. „Die Direktvermarktung und das Catering bieten uns mehr Sicherheit.“, sagte Dr. Drepper, „Man muss in der Landwirtschaft kurzzeitig Entscheidungen treffen, auch wenn Landwirte in Generationen denken, heute ist Flexibilität gefragt.“

 

DURABLE präsentierte LUCTRA beim Märkischen Unternehmerforum

Die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens hängt von ihrer Innovationsfähigkeit ab. Dazu gehört auch die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Das erfolgreiche Traditionsunternehmen DURABLE des MAV-Vorsitzenden Horst-Werner Maier-Hunke besteht diese Herausforderung seit vielen Jahren. Das Unternehmen zeigte im Rahmen einer Vortragsveranstaltung des Märkisches Unternehmerforums am Beispiel seiner Leuchteninnovation LUCTRA, wie ein erfolgreicher Einstieg in ein völlig neues Geschäftsfeld mit einem innovativen Produktkonzept gelingen kann. Geschäftsführer Horst-Werner Maier-Hunke erläuterte, die Entscheidung, den Einstieg in den Leuchtenmarkt zu wagen: „Produktpolitik muss sich gravierend verändern, damit Unternehmen am Mark innovativ und erfolgreich sind. In Branchen, die unter Druck geraten, beginnt erst die Kreativität.“

Maier-Hunke sagte, dass der Erfolg DURABLES stets von Unternehmenszukäufen und Produktdiversifikation gesichert wurde. Unter anderem stellte der Büroartikelproduzent zur Euroeinführung sehr erfolgreich Geldkassetten her. „Die beliebtesten Artikel in all der Zeit waren allerdings Wegwerfartikel“, so Maier-Hunke. DURABLE hat zehn Patente ausschließlich für LUCRA-Produkte gesichert. Der Schritt in einen völlig neuen Markt sei in enger Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Südwestfalen, Architekten und Designern geschehen. Die Produktion der gesundheitsfördernden Leuchten erfolgt im Werk Kamen.

Projektleiter Jonathan Brune sowie Marketingleiter Thomas Raadts stellten den rund 40 Unternehmensvertretern das LUCTRA Konzept und die Produkte vor, ausgehend von der Trendanalyse über die LED Technologie und die besondere Lichtwirkung bis zur Vermarktungsstrategie. Das innovative Leuchtensystem LUCTRA von DURABLE wendet Erkenntnisse der biologischen Lichtwirkung erstmals auf die Ausleuchtung individueller Büroarbeitsplätze an und macht sie praktisch nutzbar. Kalt- und warmweiße LED mit Beleuchtungsstärken von bis zu 1.000 Lux sowie eine sehr gleichmäßige Lichtverteilung sorgen dafür, dass die Beleuchtung am Arbeitsplatz nahezu Tageslichtqualität aufweist. Dies fördert das Wohlbefinden und unterstützt produktives Arbeiten. Im Anschluss konnten die Teilnehmer die Produkte live „erleben“.

 

Presse- u. Öffentlichkeits-Workshop für Führungskräfte

„Die Rede und das Statement als Führungsinstrument“ war Titel eines Ganztages-Workshops des Märkischen Unternehmerforums im Juni 2015. Aufbauend auf das Seminar „mit den Medien auf Tuchfühlung“ im vergangenen Jahr, ging es dieses Mal um das Wesentliche; um das Manuskript, das zu konzipieren ist, um das Redenschreiben.

Referent Dipl.-Volkswirt Hubertus Engemann,  Leitung Kommunikation und Mitglied der Hauptgeschäftsführung unternehmer nrw / METALL NRW ist überzeugt: Rede ist Führung. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen wies er darauf hin, dass eine Rede / ein Statement zu einem Erfolgsfaktor werden kann. Die bedürfe allerdings einer guten Vorbereitung! So gab er Ratschläge, wie eine Rede professionell vorbereitet wird und welcher Instrumente sich der Schreiber dabei bedienen kann. Mit praktischen Übungen wurden die Teilnehmer vom Einstieg bis zum Schluss einer Rede mit Informationen versorgt.

 

Employer Branding -

Aus febi bilstein wird bilsteingroup

febi bilstein, der „TOP-Arbeitgeber“ in Ennepetal, wächst ständig. Noch vor 20 Jahren wurden 25 Mio. EURO Umsatz verzeichnet, jetzt sind es 450 Mio. Umsatz. Für das familiengeführte Unternehmen ein Grund, sich am Markt neu zu positionieren. Mit der Einführung einer Arbeitgebermarke ist dies offensichtlich gut gelungen. Angesichts des zunehmenden Personal- und Fachkräftemangels dient die Arbeitgebermarke dazu, sich gegenüber Mitarbeitern und möglichen Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, um so einen Beitrag zur Mitarbeiter-gewinnung und –bindung zu leisten.

Die Zusammenführung der Produktmarken SWAG, Blue Print und febi bilstein unter die Dachmarke bilstein group hat der bodenständigen Unternehmensstruktur sowie der positiven, inhabergeprägten Unternehmenskultur nicht geschadet. Im Gegenteil: Für die bilstein group sind die Mitarbeiter die wichtigste Ressource. 1.700 Mitarbeiter weltweit sind an dem ständigen Wandel des Unternehmens maßgeblich beteiligt. So auch bei der Umsetzung der neuen Arbeitgebermarke. In sog. „World Cafe´s“ fanden Mitarbeiterbefragungen auf allen Ebenen statt. In persönlichen Interviews wurden die Werte des Unternehmens erarbeitet.

Auch in die neue Kampagne wurden Mitarbeiter integriert. So wurde aus Rada die „RADAufhängung“ und aus Sven wurde „AuslaSVENtil“ und „BremSVENtil“. Verantwortlich dafür zeichnet Jan Siekermann mit seinem Partner Karsten Schüßler-Bilstein. Beide sind bereits in der 7. Generation als Geschäftsführer für die bilstein group tätig. Die Teilnehmer dieser Veranstaltung waren beeindruckt, wie sich das Unternehmen auf die Zukunft vorbereitet.

 

Knigge zu Gast beim Märkischen Unternehmerforum

„Affekte sind der Tod der Höflichkeit“

Ein außergewöhnlicher Referent erwartete die 70 Gäste der diesjährigen Abschlussveranstaltung des Märkischen Unternehmerforums (MUF) in der Gaststätte „Rufes am Brunnen“ in Schwelm. An diesem feierlichen Abend im Ambiente des 200 Jahre alten Fachwerkhauses erteilte Moritz Freiherr Knigge, deutscher Berater für Umgangsformen und Nachfahre von Adolph Freiherr Knigge, den hochgespannten Jungunternehmern und Führungskräften einige Lektionen über gutes Benehmen und respektvollem Umgang miteinander.

Matthias Kampschulte, Leiter des MUF, begrüßte die Teilnehmer aufs Herzlichste. Nach einem Rückblick auf die Veranstaltungen im Jahr 2014 übergab er das Wort an Moritz Freiherr Knigge: „Das Wort ,Knigge‘ ist den Menschen im deutschen Sprachraum ein Begriff für gutes Benehmen“, sagte der 1968 geborene Hannoveraner. Knigge stieg in seinen Vortrag über Respekt und Umgang mit Menschen, damit ein, dass jeder eine Begrüßung verdient, sei es ein „Hallo“ oder auch ein „Mahlzeit“. Und jedem stehe ein „Bitte“ zu. Das Schlimmste sei, sich als etwas Besseres als andere zu fühlen. „Wir sollten Menschen auch nicht nach Etiketten bewerten. Stellen Sie lieber jemanden ein, der nicht richtig mit Messer und Gabel essen kann, als einen Sozialkrüppel“, sagte Freiherr Knigge. Auch sei es wichtig Gesprächspartnern immer in die Augen zu schauen und kein Handy in Gesprächen zu nutzen. „Handeln Sie auch nie aus Wut und Dünnhäutigkeit heraus, denn Affekte sind der Tod der Höflichkeit - tuen Sie immer das Angemessene“, riet Knigge dem gespannten Publikum.

Nach dem bewegenden Vortrag genossen die Teilnehmer des Märkischen Unternehmerforums den Abend bei kulinarischen Genüssen und guten Gesprächen. Auch Organisatorin Annette Tilsner vom Märkischen Arbeitgeberverband zeigte sich, wie die Gäste, begeistert und zufrieden mit der letzten Veranstaltung 2014.

 

Auf Tuchfühlung mit Medien beim Märkischen Unternehmerforum (MUF)

30 gespannte Gäste konnte der Märkische Arbeitgeberverband zur MUF-Veranstaltung „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für KMU - Wie man in die Medien kommt und was dabei zu beachten ist“ in der Geschäftsstelle an der Erich-Nörrenberg-Straße in Iserlohn begrüßen. Im Mittelpunkt stand diesmal der richtige und professionelle Umgang mit Journalisten und wie PR-Arbeit für Mittelständler gelingt. Der Referent, Hubertus Engemann, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW und des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie NRW, ist ein Experte im Umgang mit Medien und für gelungene Unternehmenskommunikation. Als Pressesprecher verantwortet er die Kommunikation von zwei der größten Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Deutschlands. Engemann gab den Teilnehmern einen gelungenen Crashkurs über Medien im Wandel und was sie wollen, das Verfassen erfolgreicher Pressemitteilungen, wie  Pressegespräche organisiert werden und wie ein professioneller Radio- und Fernsehauftritt gelingt. So kam den Gästen der Journalist, das unbekannte Wesen, am Ende doch vertrauter vor.

 

Global denken - lokal handeln

Besuch bei KIRCHHOFF-Witte

Global denken - lokal handeln ist das Leitthema der KIRCHHOFF Gruppe. Das Märkische Unternehmerforum war zu Gast bei Kirchhoff-Witte in Iserlohn-Sümmern. Wolfgang Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter, präsentierte das Unternehmen vor 40 interessierten Teilnehmern.

Diese erfuhren, dass aus den Ursprüngen der Produktion von Nähnadeln vor fast 230 Jahren sich die KIRCHHOFF Gruppe zum kompetenten Partner ihrer Kunden in 4 Marktsegmenten entwickelt hat: WITTE Werkzeuge, heute führender Hersteller von hochwertigen Schraubwerkzeugen; KIRCHHOFF Mobility, führender Anbieter von individuellen Automobilumrüstungen; KIRCHHOFF Ecotec steht in erster Linie für Abfallsammelfahrzeuge und Kehrmaschinen sowie KIRCHHOFF Automotive, dem Entwicklungslieferant von Metall- und Hybridstrukturen für die Fahrzeugindustrie.

KIRCHHOFF hat 45 Werke in 16 Ländern auf 3 Kontinenten stationiert mit einem Umsatz von aktuell 1,7 Mrd. EURO. 11.000 Mitarbeiter sind weltweit zuständig für die Entwicklung, Konstruktion, Produktion, dem Vertrieb und Marketing für qualitätsbewusste Produkte. Der größte Einzelstandort mit 1.500 Mitarbeitern wurde im Juni 2014 in Polen eingeweiht.

Trotz weltweiter Expansion der Unternehmensgruppe ist KIRCHHOFF ein familiengeführtes Unternehmen, das sich zum Standort Iserlohn verantwortungsvoll bekennt. 

KIRCHHOFF verarbeitet pro Tag 280 Tonnen Rohmaterial mit einer Materialstärke bis 11 mm (Dickblech). Beim Betriebsrundgang konnten u.a. hydraulische Pressen mit einer Presskraft von 2.150 Tonnen besichtigt werden, die für die Herstellung von Produkten für die Automobilindustrie im Einsatz sind.

 

Was hat Gesundheitsvorsorge mit Mitarbeiterbindung zu tun?

Dieser Frage gingen die Teilnehmer in einer Betriebserkundung der Hagener KB-Schmiedetechnik GmbH im Februar 2014 nach. Angelika Schulte, Hauptgesellschafterin und Geschäftsführerin, führt das Unternehmen in vorbildlicher Weise. Dabei liegt ihr die Gesundheit der Mitarbeiter besonders am Herzen.

Ihr ist bewusst, dass Unternehmen nur mit gesunden Mitarbeitern gute Produkte herstellen können. Aber die Herstellung von geschmiedeten Produkten ist keine leichte Arbeit. Deshalb hat Sie dafür gesorgt, dass für ihre Mitarbeiter ein Gesundheitsangebot eingeführt wurde. Dazu gehören gesundheitsfördernde Maßnahmen, die in einem Gesundheitszirkel gemeinsam mit der Belegschaft entwickelt wurden. Seit gut einem Jahr werden diese im Unternehmen umgesetzt, was zu weiteren, positiven Nebeneffekten führte: So haben sich verschiedene Betriebssportgemeinschaften gebildet, die das Miteinander in der Belegschaft auf einer freundschaftlichen Ebene stattfinden lassen. Dadurch hat sich das gesamte Betriebsklima wesentlich verbessert.

Neben der Einführung von komplexen Arbeitszeitmodellen hat Angelika Schulte außerdem dafür gesorgt, dass auf ihrem Betriebsgelände eine Kindertagesstätte mit großem Außengelände sowie eine Physiotherapiepraxis in einem eindrucksvollen Neubau errichtet wurden. Alle Leistungen werden von den Mitarbeitern geschätzt und gerne in Anspruch genommen. Bei diesem Angebot und der herzlichen Fürsorge ihrer Chefin bleiben die Mitarbeiter dem Unternehmen verbunden und treu.

Jahresabschlussveranstaltung 2013 im Goldsaal der Tanzwelt Schauburg

Die Jahresabschlussveranstaltung fand in der Eventlocation „tanzwelt SCHAUBURG“ in Iserlohn statt. Für rund 100 Gäste hatte Forumsleiter Matthias Kampschulte das Prunkstück der SCHAUBURG, den Goldsaal, gebucht. Als Impulsgeber des Abends konnte Kampschulte den Kinder- u. Jugendpsychiater Dr. med. Michael Winterhoff aus Bonn begrüßen, der sich mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Mit dem Thema: „Warum immer mehr Heranwachsende im Leben scheitern – Psychische Reifedefizite bei Kindern und Jugendlichen“ regte Winterhoff zum Nachdenken und Umdenken an.

 

Ein echtes Highlight an diesem Abend war die Showeinlage der Tanzformation Teddy-Bears, die mit einer hervorragenden Rock´n-Roll-Choreographie auf der Bühne beeindruckten.

Matthias Kampschulte bedankte sich bei allen Aktiven und Unterstützern des Märkischen Unternehmerforums. Er wies darauf hin, dass das Unternehmer-
forum als Weiterbildungseinrichtung für junge Unternehmer und Führungskräfte konzipiert ist. Er wünsche sich auch für die Zukunft  eine große Teilnehmerzahl aus diesem Kreis. Auf jeden Fall wollen die Organisatoren mit ihrem Jahresprogramm 2014 wieder ein entsprechendes Angebot machen.

 

Inklusion - Passgenaue Lösungen für heimische Betriebe

Im Rahmen des Märkischen Unternehmerforums fand im September eine Open-Space Veranstaltung mit vielen Akteuren in den Räumen der Iserlohner Werkstätten statt.

Beate Kowollik, freie Journalistin beim WDR führte professionell und aufgelockert durch die Veranstaltung.

Die Teilnehmer erwartete ein Erfahrungsaustausch mit innovativen Lösungen für den betrieblichen Einsatz von Menschen mit Behinderung sowie die Auswahl von Möglichkeiten staatlicher Förderung. Vorgestellt wurden die Erfolgsmodelle der SPRINGTEC Schrimpft & Schöneberg GmbH & Co KG, Hagen-Hohenlimburg sowie C.D. Wälzholz GmbH aus Hagen.

Hinsichtlich des zu erwarteten Fachkräftemangels lohnt sich ein intensiver Blick auf Bewerbungen von Menschen mit Behinderung, denn sie sind nicht nur ein wichtiges Potenzial für Arbeitgeber! Sie sind auch hochmotivierte Mitarbeiter.  Angestellte, die sich in ihrem Beruf ganz besonders anstrengen und gute Leistung erbringen. Menschen mit Handicap die gerne mit Kollegen zusammen arbeiten und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen wollen – obwohl sie mit einer Behinderung leben müssen.

 

Wirtschaftsspionage

Wirtschaftsspionage richtet in Deutschland jährlich Schäden in Milliardenhöhe an. Besonders häufig sind kleine und mittelständische Unternehmen in NRW von Wirtschaftskriminalität betroffen. Der Schaden, der Unternehmen durch Wirtschaftskriminalität entsteht, ist beträchtlich.

Dirk Ritter-Dausend aus dem Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW ist Experte auf dem Gebiet Wirtschaftsspionage und war Referent vor dem Märkischen Unternehmerforum. Er konnte die Besucher dieser Veranstaltung mit Tipps und Anregungen zu Abwehrstrategien „ausstatten“. Denn Herkömmliche Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Antivirenprogramme reichen in der heutigen Zeit nicht mehr aus, um Unternehmen wirksam zu schützen. Weitergehende Sicherheitsmaßnahmen sind erforderlich, weshalb viele Unternehmen zunehmend in Abwehr und Vorbeugung investieren.

 

Systematische Unternehmensentwicklung bei BIW Isolierstoffe GmbH, Ennepetal

Ziel eines jeden Unternehmers ist  eine positive Entwicklung am wettbewerbsorientierten Markt. „Ganz vorne zu stehen“ ist auch das Ziel von dem geschäftsführenden Gesellschafter, Ralf Stoffels. Die Zertifizierung nach dem internationalen Standard „Investors in People“ (IIP) im September 2012 war ein wichtiger Schritt dahin und zugleich Startschuss für eine weitere systematische Personalentwicklung. Die mittelständische Kultur des inhabergeführten Unternehmens bot eine ideale Grundlage für die Einführung des IIP-Systems.

Für mehr als 20 Unternehmerkollegen hat BIW das Thema IIP ausführlich aufbereitet und exemplarisch dargestellt. Die Teilnehmer waren gespannt auf die Ausführungen von Firmenchef Ralf Stoffels.

Seit über 40 Jahren ist das Familienunternehmen auf Expansionskurs. Moderne Qualitäts- und Produktivitätsanforderungen seien ohne nachhaltige interne Qualifizierung der Mitarbeiter nicht zu realisieren. In dem Bestreben, immer ein bisschen schneller und besser zu sein als die Wettbewerber setzt Ralf Stoffels auf seine Mitarbeiter. Gemeinsam mit Arbeitgeber Südwestfalen (agsw) wählte man 2011 als Handlungsrahmen IIP, das die zielgerichtete Mitarbeiterführung und -entwicklung in den Mittelpunkt stellt.

In den vergangenen zwei Jahren hat BIW 100 neue Mitarbeiter mit einem sehr unterschiedlichen Wissen über die Firma eingestellt: Jetzt gibt es die Mitarbeiterbroschüre „Willkommen im Team“, die bis hin zum Lageplan wichtige Grundinformationen enthält. Eine dreimal jährlich erscheinende Hauszeitung bringt alle auf den neuesten Stand.

 

Besuch im Stadttheater Hagen

Zum Jahresabschluss 2012 stand für das Märkische Unternehmerforum (MUF) ein Blick hinter die Kulissen des Theaters Hagen auf dem Programm. Das Thema der Veranstaltung, die von Intendant Norbert Hilchenbach in Person begleitet wurde, lautete „Wirtschaft und Kultur – das Theater als Unternehmen“. 

Über 50 Teilnehmer waren erschienen, um den künstlerischen und organisatorischen Theaterbetrieb in Hagen kennen zu lernen. Gleichzeitig konnten sie sich über die wirtschaftlichen Herausforderungen informieren, vor die ein Musiktheater angesichts leerer öffentlicher Kassen gestellt ist. Intendant Hilchenbach machte in seiner Begrüßung den Spagat zwischen künstlerisch Wünschenswertem und ökonomisch Machbaren deutlich, den der Kulturbetrieb Theater Hagen in seiner über 100-jährigen Geschichte immer wieder zu bewältigen hatte.

Insbesondere heute ist angesichts leerer öffentlicher Kassen das Theater auf private Förderer und Unternehmen angewiesen, um auch künftig seinen Platz im Kulturleben der Region zu behaupten. Die Chancen dafür stehen gut. Schließlich gehört das Theater Hagen zu den bestausgelasteten Häusern in Nordrhein-Westfalen und spielt darüber hinaus im gesellschaftlichen Leben der Stadt eine wichtige Rolle.

 

Vortragsveranstaltung zum Thema Change Management

Dr. Hartwig Fuhrmann (t-development, Dortmund) referierte unter dem Motto „Change Management – den Unternehmenswandel gestalten“. Dieses Thema ist insbesondere auch für eigentümergeführte kleinere und mittlere Unternehmen von Bedeutung, da hier der Spannungsbogen zwischen dem Festhalten am Bewährten, sprich der betriebsspezifischen unternehmerischen Tradition und der ständigen Innovation von Produkten, Prozessen und organisatorischen Abläufen besonders greifbar wird. Ergänzend dazu berichtete agsw-Geschäftsführer Dr. Paul Compes über die Erfahrungen von Arbeitgeber Südwestfalen bei aktuellen Change-Projekten am Beispiel der Einführung von LEAN-Managementsystemen.

 

10 Jahre Märkisches Unternehmerforum

Zu seinem zehnjährigen Jubiläum hatte das Märkische Unternehmerforum (MUF) ein ganz besonderes Ambiente gewählt: einen Rundgang durch die Kunstsammlung der ALTANA Kulturstiftung im Hagener Osthaus Museum. Die Sammlung vereint nahezu 600 Werke zeitgenössischer internationaler Kunst zum Thema „Natur“, von denen das Osthaus Museum eine Auswahl von ca. 150 Exponaten präsentiert. In seiner Begrüßung hob Forums-Leiter Matthias Kampschulte (Bild) hervor, dass Kunst und Unternehmertum keine Gegensätze seien, sondern sich sinnvoll ergänzen. So könne Kunst zum Motor und Ideenlieferanten für unternehmerische Entscheidungen werden. Außerdem sei die Kooperation mit Kulturschaffenden eine gewinnbringende Investition in das Unternehmensimage und in die Unternehmensidentität.

Selbstverständlich durfte neben dem aktuellen Programm im Rahmen der Veranstaltung ein Streifzug durch die zehnjährige Erfolgsgeschichte des MUF nicht fehlen. Matthias Kampschulte erinnerte an die Gründung im Jahr 2001, die auf Initiative des ehemaligen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden des Märkischen Arbeitgeberverbandes Dipl.-Ing. Georg Dessel erfolgt sei. Anlass sei die Erkenntnis gewesen, dass im Zeitalter der Globalisierung mittelständische Unternehmen ohne regelmäßige Weiterbildung der Führungskräfte gegenüber der internationalen Konkurrenz nicht mehr bestehen können. Gerade für diese Betriebe werde es immer komplizierter, die Entwicklunk neuer Technologien, Märkte und Produktionsmethoden zu verfolgen und sich darauf einzustellen.

Mit dem Märkischen Unternehmerforum – von 2001 bis 2004 unter der Leitung von Jürgen Held – habe der Märkische Arbeitgeberverband eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die genau diese Themen aufgreife. Als richtungweisend bezeichnete Kampschulte dabei die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Südwestfalen und der Privatuniversität Witten-Herdecke. Wörtlich sagte er: „Der Märkische Arbeitgeberverband hat es immer für wichtig und richtig gehalten, unsere Hochschulen im Verbandsgebiet in vielfältiger Art und Weise als kompetente Partner zu unterstützen. Dabei hat sich vielfach eine Brückenfunktion für unseren Arbeitgeberverband von der Hochschule hin zu den Unternehmen ergeben!
Unsere Unternehmen profitieren im hohen Maße vom diesem Wissenstransfer von der Hochschule in eine praxisgerechte Umsetzung für die heimischen Unternehmen.“

Ausdrücklich lobte Kampschulte auch die Arbeit seines Vorgängers Ralf Stoffels, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens BIW in Ennepetal (2004 – 2008). In der Ära Stoffels sei das Veranstaltungsangebot um Betriebsbesichtigungen erweitert worden. Themen waren u. a. Energiekosten als Standortfaktor, Lean Management, Krise in der Krise oder Gesetzliche Vorgaben für Emissionen. Diese interessante Kombination von Theorie und betrieblicher Praxis werde auch weiterhin das Programm von MUF bestimmen.
 

Arbeitsbezogene Motivation

Psychologische Erkenntnisse für Manager

Iserlohn, 30. Juni 2011. Zum Thema Motivation gibt es psychologische Erkenntnisse, die zwar lange gesichert, aber nicht einfach umzusetzen sind. In praxisnaher Form vermittelte der Diplom-Psychologe Dr. Hartwig Fuhrmann in einer Vortragsveranstaltung im Iserlohn Verbandsgebäude einige dieser Erkenntnisse auf der Basis gesicherter Studien und doch verständlich formuliert.

Dr. Fuhrmann sprach über die wichtigen Grundlagen der Motivation - wird sie "gemacht" oder entsteht sie von selbst? - räumte mit Voruteilen über das Verhältnis von Motivation und Geld auf und zeigt wichtige, arbeitsbezogene Motive auf, die Unternehmer erkennen sollten. Außerdem stellte er eine konkrete Checkliste vor, mit der Führungskräfte systematisch untersuchen können, welche Motivationsbedingungen im eigenen Bereich herrschen.

HJS - CleanDiesel im Fokus von Forschung und Entwicklung

Menden, März 2011. Deutschland ist Autoland. Jeder 7. Arbeitsplatz steht in Verbindung mit der Automobilindustrie. Damit diese Arbeitsplätze sicher bleiben, sind Innovationen gefragt. Nicht der Rausch der Geschwindigkeit hat Zukunft, sondern Umweltschutz und Ökologie. Ein Unternehmen, das sich die Verbesserung der Luftqualität zum Schutz von Mensch und Umwelt auf die Fahnen geschrieben hat, ist die HJS Emission Technology in Menden.

Der Mittelständler aus Menden hat sich auf Verfahren zur Schadstoffreduzierung bei Dieselmotoren von Autos und Nutzfahrzeugen aller Art sowie von mobilen Maschinen und stationären Anlagen wie Blockheizkraftwerken spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf Abgastechnologien, die den Ausstoß von Rußpartikeln – einer Hauptkomponente von Feinstaub – und Stickoxiden nahezu vollständig senken. 

 

Wie ein Unternehmen funktioniert, bei dem gesetzliche Vorgaben wesentliche Faktoren für die unternehmerische Ausrichtung sind, das erforschte jetzt das Märkische Unternehmerforum bei einem Besuch in Menden. Rund 50 Führungskräfte von Mitgliedsunternehmen des Märkischen Arbeitgeberverbandes nutzten die Gelegenheit zu einer Werksbesichtigung und anschließender Diskussion mit Firmenchef Hermann Josef Schulte über den Bedarf an Systemen zur Schadstoffreduzierung.
 

Das Unternehmerforum informierte sich über Neuentwicklungen des Unternehmens im Bereich Clean Diesel. Rund die Hälfte aller Autos in Europa verfügt über einen Dieselantrieb. Bei Nutzfahrzeugen, Baumaschinen und Schiffen wird der Diesel auch in Zukunft der wichtigste Antrieb bleiben. Für Motoren gelten aufgrund von Umwelt- und Gesundheitsschutz weltweit äußerst anspruchsvolle Grenzwerte zum Schadstoffausstoß, die sich mit den HJS-Technologien einhalten lassen.

In den kommenden Jahren werden sich die gesetzlichen Vorgaben zum Schadstoffausstoß weiter verschärfen. Für Hermann-Josef Schulte liegt der Fokus daher auf Forschung und Entwicklung. „Wir setzen auf jahrelange Expertise und umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung, um dem Anspruch Clean Diesel gerecht zu werden.“ HJS arbeitet mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Fachhochschule Südwestfalen zusammen. Für seine Technologie wurde das Unternehmen mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet.