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27.11.2017

Prof. Pfeiffer referierte über Gewalt an Schulen: Weniger Hiebe, mehr Liebe

Dass rund 80 Gäste zur Jahresabschlussveranstaltung Schule Wirtschaft 2017 in das Haus des Märkischen Arbeitgeberverbandes kamen, lag sicher auch am Thema und an der ausgezeichneten Referentenwahl. So griff  Professor Dr. Christian Pfeiffer mit dem Vortrag „Gewalt in Deutschland – und an Schulen“ eine brisante Thematik auf. Pfeiffer ist ehemaliger Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Der deutsche Kriminologe war von 2000 bis 2003 für die SPD niedersächsischer Justizminister.

In seinem Vortrag ging er auf verschiedene Stufen der Gewalt  in Schulen und der Öffentlichkeit ein. „Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung hat die Gewalt in Deutschland in den letzten zehn Jahren allerdings abgenommen. Bei Tötungs- und Raubdelikten hat der positive Trend sogar schon früher eingesetzt“, sagte Pfeiffer. Insgesamt betrachtet fällt dieser Trend umso stärker aus, je schwerer die Tat und je jünger die Altersgruppe ist. „Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich der Rückgang der Gewalt besonders deutlich. Das gilt gerade auch für die  Schulen. Hier liegt der Höchststand 20 Jahre zurück“, so der Kriminologe.

Gründe dafür seien, dass die Kinder und Jugendlichen heute mehrheitlich gewaltfrei aufwüchsen und in Liebe. „Wobei die Mädchen etwas mehr von ihren Müttern geliebt werden und sie schneiden auch bildungstechnisch besser ab“, sagte Pfeiffer. Jungs spielten rund 4,5 Stunden am Tag Computer und das wirke sich schlecht auf schulische Leistungen aus und habe ein hohes Suchtpotential. Mädchen würden primär chatten. Anstoß zur gewaltfreien, liebevollen Erziehung gab Astrid Lindgren 1978 mit ihrer Rede anlässlich des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Diese positive gewaltfreie Entwicklung gilt aber nicht für die virtuelle Welt: Cybermobbing hat stark zugenommen.

Die Gewaltbereitschaft von Flüchtlingen ist lauf Prof. Pfeiffer stark ausgeprägt, wenn sie keine Perspektiven haben. Bildung und die Aussicht auf Arbeit würden die Menschen zufrieden stellen, gerade Flüchtlinge aus Afrika hätten bei uns keine gesicherte Zukunft. Gewalttaten kämen deshalb seltener unter Syrern und Irakern vor, denn ihr Bleiberecht und Zukunft in Deutschland seien geregelt. Als besonders positives Beispiel für Einwanderungsländer nannte der Professor Kanada.

Im Anschluss an den Vortrag netzwerkten die Gäste traditionell zum Ausklang des Jahres bei einem gemeinsamen Imbiss.