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24.11.2017

Konjunkturumfrage 2017/2018: Heimische M + E-Industrie auf solidem Wachstumskurs

Die Metall- und Elektro-Industrie in der Märkischen Region befindet sich zum Jahresende 2017 auf solidem Wachstumskurs. Die gute Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage hat im Vergleich zum Jahreswechsel 2016/2017 noch einmal zugelegt. Ebenso herrscht bei den Geschäfts- und Auftragserwartungen für das kommende Jahr 2018 ein positiver Grundton vor. Und auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen lassen weitere Neueinstellungen erwarten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Konjunkturumfrage des Märkischen Arbeitgeberverbandes, an der sich 141 Unternehmen mit über 15.400 Beschäftigten beteiligt haben. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. So halten Sondereffekte wie die niedrigen Zinsen und der günstige Ölpreis die Konjunktur am Laufen. Von Dauer sind diese Effekte nicht. Verunsicherung prägt aktuell auch den Automobilmarkt. International drohen neben dem BREXIT und einer möglichen restriktiven US-Handelspolitik neue Unsicherheiten durch den erstarkten Euro sowie im Handel mit der Türkei.

Aktuelle Geschäftslage

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage durch die teilnehmenden Firmen liegt  zum Jahresende auf einem leicht höheren Niveau als Anfang 2017. 90 Prozent der Betriebe bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation als gut bzw. befriedigend. Jedes zehnte Unternehmen kam zu einer negativen Einschätzung.

Diese weiterhin gute Lagebeurteilung basiert offensichtlich auf dem bundesweiten Aufwärtstrend der M + E-Industrie in den ersten neun Monaten des Jahres. So konnten nach den Daten unseres Dachverbandes Gesamtmetall die Betriebe seit Januar 2017 bei der Produktion und den Aufträgen spürbar zulegen. Die Kapazitätsauslastung lag dabei mit gut 89 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Eine positive Entwicklung, von der auch die Industrieunternehmen in unserem Verbandsgebiet profitieren.

Mit der guten Geschäftslage korrespondieren die Angaben der Betriebe zu den  Erwartungen für das erste Halbjahr 2018. Der Trend der Geschäftserwartungen zeigt im Vergleich zum Vorjahr weiter nach oben. 93 Prozent der Unternehmen rechnen im ersten Halbjahr 2018 mit gleich guten oder besseren Geschäften. Anfang 2017 lag dieser Wert noch bei 74 Prozent. Parallel dazu sank die Zahl der Firmen, die von einer Verschlechterung ausgehen, von 26 Prozent auf 7 Prozent.

Dies deutet daraufhin, dass im größten Wirtschaftszweig der Region im laufenden Jahr mit einem weiteren Wachstum gerechnet werden kann.

Aktuelle Auftragslage

Die aktuelle Auftragslage ist in der heimischen Metall- und Elektro-Industrie ist nach wie vor positiv. Bei den Inlandsaufträgen beurteilten 91 Prozent der teilnehmenden Betriebe ihre Situation mit gut oder befriedigend, bei den Bestellungen aus dem Ausland waren es 86 Prozent. Dennoch sind die Unternehmen in großer Sorge, da auf dem Arbeitsmarkt geeignete Kräfte faktisch fehlen. Zusammen mit dem wachsenden Kostendruck summiert sich der Fachkräftemangel offensichtlich mittlerweile zu einem Standortnachteil. Es besteht somit das Risiko, dass Betriebe ihr Wachstumspotenzial aufgrund fehlender Arbeitskräfte nicht mehr realisieren können.  

Auftragserwartungen 1. Halbjahr 2018

Gleichwohl wird sich laut unserer Umfrage die Dynamik bei den Auftragseingängen sowohl im Inland als auch im Ausland in den nächsten Monaten fortsetzen. 95 Prozent der Unternehmen erwarten 2018 aus dem Inland bessere oder gleich gute Aufträge (2017: 75 Prozent). Ähnlich sieht es bei den Auslandsaufträgen aus. Hier ist die Zahl der Optimisten mit 94 Prozent (Vorjahr 63 Prozent) signifikant gestiegen. 6 Prozent  bewerten die Aussichten im Auslandsgeschäft als schlecht.

Ertragslage

Die Ertragslage unserer Mitgliedsunternehmen ist insgesamt stabil, kann aber mit der Geschäftslage und den Geschäftserwartungen nicht mithalten. 80 Prozent der teilnehmenden Betriebe bezeichnen ihre gegenwärtigen Erträge als gut oder befriedigend. Im Januar 2017 lag der Wert geringfügig höher bei 84 Prozent. Parallel dazu stieg die Zahl der Firmen, die rote Zahlen schreibe oder sich an der Nullgrenze bewegen auf 20 Prozent. Darauf muss die Tarifpolitik Rücksicht nehmen. Die Erwartungen für das Jahr 2018 können sich sehen lassen. So hat sich die Zahl der Firmen, die im laufenden Jahr einen Einbruch bei den Gewinnen befürchten, sogar leicht von 16 auf 11 Prozent verringert.

Die Höhe der Erträge lag in diesem  Jahr nach einer Analyse von Gesamtmetall und einer Umfrage des ifo-Instituts  aus dem September 2017 nach Steuern durchschnittlich bei  3,6 Prozent des Umsatzes. Damit liegen die Gewinne weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007 (4,7 Prozent).

Belegschaftsentwicklung

Die Beschäftigungspläne der heimischen M + E-Industrie haben sich leicht nach oben entwickelt. So hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihre Belegschaft aufgestockt haben, von vermuteten 20 Prozent (Januar 2017) auf 36 Prozent erhöht. Demgegenüber ist der Anteil der Betriebe, die Stellen abbauen wollten, von 8 Prozent auf tatsächlich 4 Prozent gesunken. Unter dem Strich dürfte sich damit ein Stellenzuwachs in diesem Jahr ergeben haben. Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich auch in 2018 fortsetzen. Knapp ein Viertel der Betriebe will im nächsten Jahr ihre Belegschaft aufstocken.

Ausbildungsplätze

Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist nach wie vor hoch. 82 Prozent  werden im Jahr 2018 ihre Ausbildungsquote beibehalten, 15 Prozent planen sogar eine Ausweitung. Dies zeugt von der Einsicht, dass sich angesichts der demographischen Entwicklung Investitionen in die eigene betriebliche Ausbildung lohnen. Die Ausbildungsbilanz 2017 der Arbeitsagenturen Iserlohn und Hagen bestätigt diese Einschätzung. So haben die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie in unserem Verbandsgebiet ihr Ausbildungsplatzangebot im Vergleich zum Vorjahr um rd. 8 Prozent gesteigert. Die Kehrseite der Medaille: Viele Betriebe müssen sich künftig darauf einstellen, ihre freien Ausbildungsplätze auch mit geringer qualifizierten  Jugendlichen zu besetzen. Schon aus Eigeninteresse sollten sie diese Möglichkeit zur Nachwuchssicherung nicht auslassen. Zur Unterstützung seiner Mitgliedsunternehmen hat deshalb der Märkische Arbeitgeberverband zusammen mit der Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne das Modell-Projekt  „Förderung der Ausbildungsfähigkeit“ entwickelt. Die Maßnahme hat das Ziel, Jugendliche ohne Lehrstelle, die zur Zeit noch das Hönne-Berufskolleg in Menden besuchen, in einer siebenmonatigen Ausbildungsvorbereitungsphase für eine reguläre Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie zu qualifizieren.

Geplante Investitionen 2018 zu 2017

Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Bereitschaft zu Unternehmensinvestitionen in durchaus vorhanden ist, zumal die Finanzierungsbedingungen im historischen Vergleich günstig bleiben. Außerdem erfordert schon die gute Konjunkturlage eine Ausweitung der Kapazitäten. Der dafür erforderliche Spielraum muss allerdings auch erwirtschaftet werden. Das gilt insbesondere für Zukunftsinvestitionen wie in die Digitalisierung.