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08.03.2017

Felix Westerhoff war „Herr der Folien“

Bereits seit 1982 besteht die maag GmbH in Iserlohn. Rund 100 Mitarbeiter entwickeln und produzieren am Standort Iserlohn Folien für internationale Kunden der Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie. Einer der ersten Kunden ist und war Lego. Das wird auch vor Ort im Unternehmen sichtbar: Gleich im Eingangsbereich werden die Gäste von großen Legofiguren begrüßt. Kaum einer weiß, dass gerade die Verpackungsfolie für Legosteine aus gesundheitlichen Aspekten besondere Anforderungen erfüllen muss, weil Kleinkinder großen Spaß an Legosteinen haben.

Die maag-Folien finden ferner ihren Einsatz als Verpackungsfolien im Lebens­mittelbereich. Mit atemberaubender Geschwindigkeit erfolgt in der Produktion die Bedruckung von Folien mit unterschiedlichsten Motiven und Farbkombinationen. Der 24 Jahre alte Studierende Felix Westerhoff aus Iserlohn begeisterte sich von Anfang an für die Produkte: „Denn Folie ist eben nicht gleich Folie.“ An den Druckprozess und die Folie werden hohe Anforderungen gestellt. Westerhoff untersuchte daher im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit den Rüstprozess einer Flexodruckmaschine. Häufig müssen Farben, Maschi­nenteile und Werkzeuge von Mitarbeitern gewechselt bzw. umgerüstet werden. Dieses möglichst zeitminimal, durch intelligent gestaltete Prozesse und optimale Arbeitsabläufe. „Eine der Schwierigkeiten bei meiner Untersuchung war die Daten­erhebung und Analyse unterschiedlicher Arbeits­abläufe“, erzählt der Studierende. Felix Westerhoff konnte die Wegstrecken der Mitar­beiter minimieren, in dem u. a. Materialien und Werkzeuge systematisch und reihenfolgeoptimiert zum Arbeits­prozess angeordnet wurden. Des Weiteren sorgten standardisierte Prozessabläufe sowie eine sinnvolle Aufgabenverteilung für kürzere Einrichtungszeiten der Ma­schine. Produktionsstillstände, Wartezeiten, Transport­wege und Lagerbestände konnten so deutlich verringert werden, was zu sinkenden Produktionskosten führt. Ein Thema, das immer aktuell ist und bleibt.

„Es war für mich eine Herausforderung, die Theorie aus meinem Studium der Ferti­gungstechnik in die Praxis umzusetzen. Dabei habe ich eine ganze Menge gelernt“, zieht der Studierende der Fachschule Südwestfalen in Iserlohn Resümee, „Es zeigte sich für mich, dass das Studium der Fertigungstechnik zum Glück eine branchen­übergreifende Einsatzmöglichkeit bietet.“ Betreut wurde die Bachelor-Arbeit von Prof. Dr.-Ing. Klaus Mende vom Fachbereich Industrial Engineering. Mende unterstreicht die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Studierenden in Produktions­betrieben der heimischen Region. „Das Interesse an produktionsorientierten Ab­schlussarbeiten bestätigen die vielen Anfragen von Unternehmen, bei denen häufig die Optimierung von Fertigungsprozessen im Fokus steht“, sagt Mende. maag-Geschäftsführer Ansgar Schonlau lobt in diesem Zusammenhang die Zusam­menarbeit mit dem Märkischen Arbeitgeberverband, der diese Kooperation ermöglichte.

Für Felix Westerhoff bestätigte sich er­freulicherweise das richtige Händchen bei der Studienwahl - nicht zuletzt durch das direkte Jobangebot und die weitere Beschäftigung in der Arbeits- und Prozessoptimierung des Unternehmens.