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11.01.2017

Konjunkturumfrage 2016/2017: Lage solide, aber Vorsicht bei den Erwartungen

Die wirtschaftliche Lage der Metall- und Elektro-Industrie in der Märkischen Region ist zum Jahreswechsel 2016/2017 weiterhin solide. Ebenso herrscht bei den Erwartungen für das laufende Jahr ein positiver Grundton vor. Das ist das Ergebnis der traditionellen Konjunkturumfrage des Märkischen Arbeitgeberverbandes, an der sich rund 40 Prozent unserer 453 Mitgliedsunternehmen beteiligt haben. Allerdings steht dieses positive Fazit unter Vorbehalt. Denn für die heimischen Unternehmen bleibt das wirtschaftliche und politische Umfeld schwierig: Der chinesische Markt lässt im Augenblick kaum belastbare Prognosen zu, auch die zunehmenden politischen Zentrifugalkräfte in der Europäischen Union sowie die beunruhigende Lage in der Türkei und im Nahen und Mittleren Osten sorgen für Unsicherheit. Zusätzlich tragen sowohl die BREXIT-Entscheidung der Briten als auch die Ankündigungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump zur Verunsicherung der Betriebe bei. Hinzu kommen die nicht abgeschlossene Staatsschuldenkrise im Süden des Euro-Raums und die Schwierigkeiten im italienischen Bankensystem.

Geschäftslage zum Jahreswechsel 2016/2017

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage durch die teilnehmenden Firmen liegt  zum Jahresbeginn 2017 auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. 88 Prozent der Betriebe bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation als gut bzw. befriedigend. Das ist 1 Prozent mehr als im Januar 2016. Jedes achte Unternehmen kam zu einer negativen Einschätzung.

Diese weiterhin gute Lagebeurteilung basiert offensichtlich auf dem bundesweiten Aufwärtstrend der M + E-Industrie seit dem dritten Quartal 2016. So konnten nach den Daten unseres Dachverbandes Gesamtmetall die Betriebe seit Oktober 2016 bei der Produktion und den Aufträgen spürbar zulegen. Die Kapazitätsauslastung dabei über dem langjährigen Durchschnitt. Eine positive Entwicklung, von der auch die Industrieunternehmen in unserem Verbandsgebiet profitieren.

Geschäftserwartungen für das erste Halbjahr 2017

Mit der guten Geschäftslage korrespondieren die Angaben der Betriebe zu den  Erwartungen für das Jahr 2017. Der Trend der Geschäftserwartungen zeigt im Vergleich zum Vorjahr wieder nach oben. 74 Prozent der Unternehmen rechnen im laufenden Jahr mit guten oder besseren Geschäften. Anfang 2016 lag dieser Wert noch bei 68 Prozent. Parallel dazu sank die Zahl der Firmen, die von einer Verschlechterung ausgehen, von 32 Prozent auf 26 Prozent.

Dies deutet daraufhin, dass im größten Wirtschaftszweig der Region im laufenden Jahr mit einem moderaten Wachstum gerechnet werden kann.

Laut unserer Umfrage wird sich die Dynamik bei den Auftragseingängen

vor allem im Inland in den nächsten Monaten fortsetzen. 72 Prozent der Unternehmen erwarten 2017 aus dem Inland bessere oder gleich gute Aufträge (2016: 66 Prozent). Anders sieht es bei den Auslandsaufträgen aus. Hier ist die Zahl der Optimisten mit 63 Prozent (Vorjahr 66 Prozent) leicht gesunken. Über ein Drittel bewerten die Aussichten im Auslandsgeschäft als schlecht.

Ertragslage

Die Ertragslage unserer Mitgliedsunternehmen ist insgesamt gut. 84 Prozent der teilnehmenden Betriebe bezeichnen ihre gegenwärtigen Erträge als gut oder befriedigend. Im Januar 2016 lag der Wert geringfügig tiefer bei 81 Prozent. Auch die Erwartungen für das Jahr 2017 können sich sehen lassen. So hat sich die Zahl der Firmen, die im laufenden Jahr einen Einbruch bei den Gewinnen befürchten, sogar leicht auf 16 Prozent verringert.

Die Höhe der Erträge lag im vergangenen Jahr nach einer Analyse von Gesamtmetall nach Steuern durchschnittlich bei  3,6 Prozent des Umsatzes. Damit liegen die Gewinne weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007 (4,7 Prozent).

Belegschaftsentwicklung

Die Beschäftigungspläne der heimischen M + E-Industrie haben sich leicht nach oben entwickelt. So hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihre Belegschaft aufstocken wollen, von 12 Prozent (Januar 2016) auf 20 Prozent erhöht. Demgegenüber ist der Anteil der Betriebe, die Stellen abbauen wollen, von 10 Prozent auf 8 Prozent gesunken. Unter dem Strich dürfte sich allerdings Stellenzuwachs in engen Grenzen halten.

Diese Einschätzung wird durch den Blick auf die absoluten Zahlen gestützt. Danach wollen die Firmen mit positiven Plänen in unserem Verbandsgebiet insgesamt 165 neue Arbeitsplätze schaffen. Dem steht in den Unternehmen mit negativen Plänen ein Beschäftigungsrückgang von 125 Stellen gegenüber.

Ausbildungsplätze

Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist nach wie vor hoch. 87 Prozent  werden im Jahr 2017 ihre Ausbildungsquote beibehalten, 8 Prozent planen sogar eine Ausweitung. Dies zeugt von der Einsicht, dass sich angesichts der demographischen Entwicklung Investitionen in die eigene betriebliche Ausbildung lohnen. Als Verband begrüßen wir dies sehr und werden unsere Mitglieder weiterhin bei der Nachwuchswerbung tatkräftig unterstützen.

Geplante Investitionen

Unsere aktuelle Umfrage zeigt bei den Investitionen einen leichten Aufwärtstrend  an. 67 Prozent der Unternehmen planen eine Erhöhung ihres Investitionsvolumens oder wollen in hohem Umfang investieren (2016: 54 Prozent).  Parallel dazu sank der Anteil der Firmen mit gleich niedrigen/sinkenden Investitionen auf 33 Prozent. Damit beträgt der Saldo zwischen beiden Gruppen plus 34 Prozentpunkte. Vor einem Jahr waren es nur plus 8 Prozentpunkte.